Kaleidoskop, Einstellung 1812.

Bis zu den Knien im Morast, und dann so: schlerf, das eine Bein rausziehen, und: schlerrrfff, das andere. Und dann merken, scheiße, so funktioniert das nicht. Dauernd hängt mir was am Bein, zieht mir die Mundwinkel runter und das Herz in die Magengrube. Verdammter Dezember, der. All die Menschen sollen echt weggehen, ja, weg. Oder wenigstens nicht glotzen. Der Blick, meiner, ist wieder so wund geworden und kann nichts Schönes betrachten, ohne dass es schmerzt.

Das klingt irgendwie schlimm, aber es ist möglich, sich an solche Wüsten zu gewöhnen, sofern man denn nicht drin verreckt. Also, noch sind wir nicht in Mordor – kann ja noch kommen, sagt die penetrante Stimme, und wann wirst Du eigentlich wieder normal. Das würd ich auch gern wissen, antworte ich, aber jetzt halt mal die Schnauze, und normal ist überhaupt keine Kategorie mehr, in der ich denken kann. Oder will.

Zu spät, der Gedanke hat sich festgezeckt (wann werde ich normal, wann wann wann) und taumelt in den Synapsen herum, so ein schillernder Brummer mit Scheiße an den haarigen Beinchen. Ich darf nicht hinschauen, bis er mal nicht hinschaut und ich ihn zu Brei schlage, sobald die Kraft wieder reicht. In der Zwischenzeit ist es wirklich, also wirklich sehr schwierig, mit mir und anderen geduldig zu bleiben. Vielleicht muss ich dringend ein Buch von Christine Nöstlinger lesen, das ist wie Morphium. Als ich mal einen richtig schlechten Lauf hatte, bin ich in die Stadtteilbibliothek gegangen und habe alles ausgeliehen, was von CN verfügbar war. Besser hätten es die Benzos auch nicht hinbekommen.

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5 Gedanken zu “Kaleidoskop, Einstellung 1812.

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